Thomas Weißweiler auf dem Modellflugplatz Marmagen
Thomas Weißweiler: Startklar zum Höhenflug

Wo berühren sich eigentlich Himmel und Erde? Vielleicht weht die Antwort auf diese Frage, wie Bob Dylan es bereits 1963 in unsere Ohren hauchte, im Wind. In Form von Mo- dellflugzeugen, die von der Erde aus gesteuert werden und sich schwungvoll und elegant wie kleine Glanzpunkte durch die Luft bewegen. Die Faszination, die von den kleinen Himmelsstür- mern ausgeht, hat Thomas Weißweiler aus Marmagen schon vor langer Zeit erkannt. „Bereits als kleiner Junge hatte ich immer den Traum, selbst ein Flugzeug zu fliegen“, erinnert sich der Ingenieur. Da die Verwirklichung dieses Traums als Kind allerdings nicht gerade einfach ist, trieb es den damals 16-Jährigen in ein Modellbaugeschäft in seiner damaligen Heimat Meckenheim. Hier wurde der Flugzeug-Fan fündig und hielt kurze Zeit später stolz seinen ersten Bausatz in den Händen. Seit diesem Moment ist das Modellfliegen aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Was als Kindheitstraum begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einer echten Leidenschaft entwickelt. Doch aller Anfang ist schwer – das kann Thomas Weißweiler nur bestätigen. „Anfängliche Schwierigkeiten und Bruchlandungen sind nicht selten, aber gerade das hat einen gewissen Reiz und macht die Sache aufregend“, schwärmt er. „Besonders faszinierend ist, wie sehr die natürlichen Luftbewegungen das Fliegen beeinflussen. Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass ein Segler ohne Motor, allein von Wind und Thermik, durch die Luft getragen werden kann.“

Abschalten vom Alltag, volle Konzentration aufs Fliegen

Dass dieses besondere Hobby Geduld und eine gewisse Affinität zu Technik und Physik abverlangt, ist offensichtlich. Das richtige Einschätzen von Wind und Wetter ist beim Steuern der Modelle von großer Bedeutung und natürlich nur durch viel praktische Übung zu erlernen. „Gerade das hohe Maß an Kon- zentration, das für das Fliegen erforderlich ist, macht dieses Hobby für mich so spannend. Hierbei kann ich von meinem Berufsalltag am Schreibtisch abschalten und mich voll und ganz in eine einzige Sache vertiefen. Ich vergesse einfach alles um mich herum“, freut sich Thomas Weißweiler. Als er vor elf Jahren mit seiner Familie in die Eifel gezogen ist, hat er die Vorzüge dieser wunderschönen und weiten Landschaft direkt zu schätzen gewusst und genießt seitdem jeden Moment, den er in der Natur verbringen kann. Für das Modellfliegen ist die Eifel mit ihren großen Wiesen und freien Feldern ein perfekter Ort.

Modellflug Marmagen
Thomas Weßweilers Modellflugzeuge: Wie ein Großer

Auf dem Flugzeugmodellmarkt gibt es eine riesige Auswahl. Das Angebot reicht von Seglern, Wasserflugzeugen und anderen Flächenfliegern über Paragleitern bis hin zu Heli- und Multikoptern. Beim Selberbauen sind der Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Dank des revolutionären Fortschritts in Sachen Funktechnik und Materialien ist das Selberbauen noch interessanter geworden. Gerade im Winter kann der Modell- bauer seinen technischen Spieltrieb ausleben und seiner Kreativität freien Lauf lassen. „Aber natürlich ist das Fliegen zu jeder Jahreszeit möglich. Man muss sich lediglich den Wetterbedingungen anpassen und sie für sich ausnutzen. So hat jede Jahreszeit ihren Reiz“, erklärt der Profi. Bei schönem Wetter kommt es vermehrt vor, dass viele kleine Flugzeuge den Himmel zwischen Marmagen und Nettersheim zieren und ihn somit zu einem echten Glanzpunkt der Eifel machen. Hier befindet sich der Flugplatz des Modellflugvereins Marmagen. Schließlich ist Thomas Weißweiler nicht allein mit seinem Hobby und trifft sich hier regelmäßig mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen „Höhenflug“. Wer hier zuschaut, ist begeistert von dem kleinen Zirkus in der Luft und erkennt, wo sich Himmel und Erde berühren. ●