Schöneseiffen. Der Erfolg von Koch-Shows ist seit Jahren ungebrochen, Online-Plattformen für Rezepte boomen, gesunde Ernährung ist in. Und was hat das mit dem Glanzpunkt Eifel zu tun? Wir haben jetzt auch mal für Sie gekocht und gebacken und servieren Ihnen die Rezepte für ein festliches Winter-Menü, das an traditionelle Eifeler Gerichte angelehnt ist, aber für heutige Geschmäcker modernisiert wurde. Zur Verstärkung haben wir uns eine Fachfrau zur Seite geholt, die sich mit guten Lebensmitteln auskennt: Brita Klötzler, Inhaberin vom Bioladen Origanum in Schleiden. Die Zutaten sind für 4 Personen berechnet.

Als ersten Gang gibt es eine Suppe aus dem leicht zu bevorratenden Wintergemüse Rote Bete (aus: „Köstlich vegetarisch“, Ausgabe XX/XX). Sie hat längst nicht den Ruf eines Arme-Leute-Essens wie ihre Verwandte, die Steckrübe. Diese musste schon als nicht immer gern gegessenes Grundnahrungsmittel in schlechten Zeiten herhalten – die ältere Generation erinnert sich bestimmt. Wir benötigen: 600 g Rote Bete, 180 g rote Zwiebeln, 300 g Kartoffeln, 2 Stückchen Ingwer, 1 rote Chilischote, 100 g Sahne, 700 ml Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskat, 1 TL gemahlener Piment und Kümmel, 3 EL Butter, 3 EL Olivenöl. Für den Dip: 150 g Schmand, 2 bis 3 TL Meerrettich. Und so geht’s: Rote Bete, Kartoffeln, Zwiebeln und Ingwer schälen und in Würfel bzw. Scheiben schneiden, den Ingwer fein reiben, die Chilischote aufschneiden, entkernen und fein schneiden. Zwiebeln und Ingwer in einem Topf mit Öl und Butter anschwitzen. Rote Bete, Kartoffeln und Chili dazugeben und mit Kümmel und Piment würzen. 3 Minuten anbraten, mit der Brühe aufgießen und eine halbe Stunde abgedeckt weich kochen. In der Zwischenzeit für den Dip Schmand und Meerrettich verrühren. Die Suppe fein pürieren, Sahne dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Zum Servieren die Suppe mit etwas Dip ganieren.

Das Hauptgericht ist ein Pilz-Schmarrn mit Basilikum-Pesto. Um es „eifeliger“ zu gestalten, ist auch Bärlauch-Pesto eine gute Wahl. Sie merken schon: Das Menü bleibt fleischlos. Auch wenn an Festtagen natürlich oft ein Braten auf den Tisch kam, waren Eiergerichte eine sättigende, günstigere Alternative. Da heute Fleisch immer verfügbar ist, sind für unser Fest-Menü eben die vegetarischen Zutaten das Besondere. Und die sind: 800 g gemischte Pilze, z.B. Champignons oder Austernpilze, 4 Eier, 400 ml Milch, 250 g Dinkelmehl Type 630, 1 TL Backpulver, 1 Bund Thymian, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer, Salz, Olivenöl. Für das Pesto: 1 großer Bund Basilikum oder Bärlauch, 40 g Sonnenblumenkerne, 60 g Parmesan, 1 Knoblauchzehe, 8 EL Olivenöl. Die Sonneblumenkerne ohne Fett rösten, Basilikum und Knoblauch grob hacken, Parmesan fein reiben, mit Olivenöl und 6 EL warmem Wasser pürieren. Beim Schmarrn kommt es auf die typische Fluffigkeit des Teigs an, deswegen Eier trennen, Eigelbe und Milch schaumig rühren, Mehl, Backpulver und salz dazugeben und alles 20 Minuten quellen lassen. Eiweiß schlagen, unter die Masse heben. salzen und pfeffern. Backofen auf 100 Grad vorheizen. 4 EL Öl in beschichteter Pfanne oder Form erhitzen und den Teig darin verteilen, ca. 3 Minuten braten lassen, bis die Unterseite goldbraun und fest wird.  Hitze reduzieren und weitere 3 bis 5 Minuten sanft durchbraten. Mit einem Pfannenwender alles in 4 Stücke teilen und weiter zerteilen, um das Schmarrn-Typische zu erhalten. Die Pilze in Streifen schneiden, mit Thymian und Knoblauch in einer Pfanne mit Öl erhitzen, salzen und pfeffern und goldbraun braten. Fertig. Alles zusammen servieren.

Bei der Zubereitung der „Eifeler Äpfel“ (aus: „Das Kochbuch aus der Eifel“, Verlag Wolfgang Hölker, 1981) waren wir nicht ganz sicher, die vage Beschreibung richtig umgesetzt zu haben. Tipp fürs Nachbacken: Einfach ein bisschen rumprobieren. Geschmeckt hat es uns jedenfalls – und das ist ja die Hauptsache. Die Zutaten: 6 säuerliche Äpfel, 250 g Mehl, 3 Eier, 50 g Butter, 50 g Zucker, 3 EL Milch oder süße Sahne, ½ Päckchen Backpulver, Vanille(-zucker), Fett oder Öl zum Braten, etwas Rum für die Erwachsenenversion. Für die hochprozentige Variante werden die geschälten und entkernten Äpfel in ungefähr 1 Zentimeter dicke Scheiben geschnitten, gezuckert und mit Rum beträufelt zugedeckt ziehen gelassen. In die zerlassene Butter Zucker, Vanillezucker, Eigelb, Milch oder Sahne und das mit Backpulver gemischte Mehl geben und gut verrühren. Zuletzt den Eischnee unterheben. Die Apfelscheiben werden in dem Teig gewendet und anschließend von beiden Seiten in dem heißen Fett goldgelb gebacken und heiß gegessen. Dazu passt bestimmt eine feine Vanillesoße sehr gut! Wir wünschen guten Appetit!